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Signal Service

Eine Alternative zur Vermarktung einer Handelsstrategie als Expert Advisor stellen die verschiedenen Ausprägungen eines Signal Service dar. Ein wesentlicher Vorteil für den Anbieter ist der Schutz der Handelsstrategie vor illegalen Kopien, da die Strategie selbst nie den Einflußbereich des Anbieters verläßt und lediglich das Ergebnis - nämlich das Signal - kommuniziert wird. Programmierkentnisse sind für den Aufbau eines Signal Service nicht zwingend erforderlich, somit können auch manuelle Strategien einem breiten Kundenkreis zugänglich gemacht werden.

Für den Kunden bietet ein Signal Service sowohl Vorteile als auch Nachteile. Vorteile - insbesondere in der Abgrenzung zu einem Managed Account - stellen die freie Brokerwahl sowie die Möglichkeit manuell in die Handelsstrategie einzugreifen dar. Nachteile können sich aus einem nicht ausreichenden Automatisierungsgrad und einer möglichen Zeitverzögerung bei der Umsetzung der angebotenen Signale ergeben.

Kosten

Auch auf der Kostenseite liegt ein Signal Service zwischen dem Kauf eines Expert Advisor und einen Managed Account. Im Gegensatz zu einem EA gibt es in der Regel keinen festen Kaufpreis sondern eine monatliche Gebühr analog einem Abonement - die Kosten überschreiten häufig bereits nach einem Jahr den Kaufpreis eines EA recht deutlich. Im Gegensatz zu einem Managed Account gibt es bei einem Signal Service keine Erfolgsprovision und auch keine zusätzlichen in den Brokergebühren versteckte Kosten.

Da sich die monatlichen Gebühren häufig im Bereich um USD 100 bewegen (ggf. mit einem Rabatt bei quartalsweiseer oder jährlicher Zahlung), erfordert ein Signal Service in der Regel ein deutlich höheres Grundkapital. Der geplante monatliche Gewinn vor Kosten sollte dabei mindestens das zweifache der monatlichen Gebühren betragen. Ein Signal Service, der bei monatlichen Kosten von USD 100 eine Rendite von 5% anstrebt, erfordert somit ein Startguthaben von mindestens USD 4.000. Zum Testen einer Strategie kann natürlich ein kleineres Guthaben verwendet werden, allerdings werden die Testmonate dann kaum kostendeckend sein.

Umsetzung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einem Signalanbieter zu folgen, diese unterscheiden sich im Wesentlichen durch den Automatisierungsgrad sowie die Kontroll- und Filtermöglichkeiten des Kunden.

Manuelle Signale

Bei der einfachsten Form eines Signal Service stellt der Signalanbieter dem Kunden manuelle Handelssignale z.B. im Kundenbereich einer Webseite, per Newsletter, per E-Mail oder auch per SMS zur Verfügung. Dies kann mit mehreren Stunden Vorlauf in Form einer verbalen Pending Order geschehen oder auch nahezu in Echtzeit.

Ob und wie die Singale umgesetzt werden, liegt dabei vollständig im Ermessen des Kunden. Da eine permanente Überwachung der Signale kaum möglich ist, besteht hier grundsätzlich das Risiko einzelne Signale zu verpassen oder Singnale erst zu einem Zeitpunkt umzusetzen, zu dem sie eigentlich schon nicht mehr gültig sind.

Trade Copier

Bei einer anderen weit verbreitete Form des Signal Service nutzt der Anbieter einen Trade Copier - also einen Expert Advisor, der die auf Basis der Handelssignale auf einem Master Account des Anbieters umgesetzten Trades auf die Konten der Kunden kopiert. Einige Anbieter entwickeln hierzu eigene EAs, es gibt jedoch auch eine Reihe von Standardprodukten, wie z.B. SignalCopy, die einfach lizensiert werden können.

Insbesondere bei eher kuzfristig orientierten Strategien kann sich aus dem "Umweg" über den Trade Copier ein Nachteil ergeben. So muß in einem ersten Schritt der Trade zunächst auf dem Master Account des Signalanbieters umgesetzt und im Anschluß an den Trade Copier übergeben werden. Erst dann erfolgt die Weiterleitung dieser Information an den Trade Copier des Kunden, wo dann diese Order wiederum noch umzusetzen ist. Je nach Marktumfeld kann die zeitliche Verzögerung sowohl beim Öffnen als auch beim Schließen von Positionen einen Unterschied von einigen Pips ausmachen, was z.B. eine Scalping Strategie bereits unprofitabel machen kann.

Je nach Ausprägungen des verwendeten Trade Copier hat der Kunde in der Regel die Möglichkeit, Risiko und Lot Size, verwendete Währungspaare, Anzahl der Positionen sowie andere Parameter vorzugeben. Gute EAs bieten zusätzlich ein Trade Management, mit dem die zeitliche Gültigkeit der Signale gesteuert und z.B. auch eine maximale Slippage zwischen der Order auf dem Master Account und der auf dem Kunden Account zu eröffnenden Position festgelegt werden kann.

Signal Plattform

Eine weitere Alternative zur Nutzung eines Singal Service stellen Signal Plattformen dar. Dabei handelt es sich meist um Web-Portale, die entsprechende Vertriebsvereinbarungen mit Signalanbietern abgeschlossen haben und sich um die technische und administrative Umsetzung kümmern. Die Portale bieten häufig eine große Bandbreite an Signalen an, mit dem Vorteil, daß die Abwicklung über eine einheitliche Architektur erfolgt und nicht für jedes Signal separate EAs erforderlich sind. Häufig kommen hierzu speziell entwickelte Trade Copier zum Einsatz, die Umsetzung erfolgt dann wie oben beschrieben.

Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, daß der Dienstleister die Trades direkt auf den Account des Kunden kopiert. Hierzu ist es jedoch erforderlich, daß der Kunde dem Dienstleister die Login Daten des betreffenden Accounts mitteilt, was naturgemäß ein nicht unerhebliches Risiko darstellt, auch wenn es dem Dienstleister bei einem seriösen Broker nicht möglich sein sollte, über das Kontoguthaben zu verfügen.

Hinzu kommt, daß sich der Kunde bei bei diesem vollautomatischen Ansatz schon wieder sehr weit in Richtung Managed Account bewegt, da letztlich der Dienstleister die Kontrolle über die Handelsaktivitäten auf dem Account hat und die Eingriffsmöglichkeiten für den Kunden stark eingeschränkt sind.

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