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Managed Accounts

Eine Reihe von EA Entwicklern und manuellen Tradern nutzen die Möglichkeit, ihre Handelsstrategie über Managed Accounts zu vermarkten. Für den Anbieter bringt dies eine Reihe von Vorteilen mit sich. Zum einen entfällt in der Regel der Support sowie der wesentliche Teil der Kundenadministration und zum anderen werden anstelle eines einmaligen Verkaufserlöses kontinuierliche Erträge generiert - zumindest solange, wie die Strategie funktioniert. Hinzu kommt, daß bei der Abblidung von manuellen Strategien keine Programmierkenntnisse erfoderlich sind und auch keine Entwicklungszeit anfällt.

Auch für den Kunden ergeben sich auf den ersten Blick Vorteile, so ist weder ein Computer noch ein eigener VPS erforderlich, da keine Expert Advisor oder andere Programme benötigt werden - der Handel erfolgt automatisch als "Black Box" ohne direkten Eingriff des Kunden. Es gibt allerdings auch nicht ganz so offensichtliche Nachteile. So ist der Kunde an die Brokerauswahl des Anbieters gebunden und hat keine Kontrolle über die Handelsstrategie, da der Anbieter diese jederzeit anpassen oder vollständig ändern kann.

Kosten

Für die Teilnahme an einem Managed Account fallen üblicherweise keine direkten Kosten an, stattdessen erhält der Betreiber eine Erfolgsprovision, die sich in der Regel zwischen 20% und 35% bewegt. Hierbei sollte darauf geachtet werden, daß die sogenannte High-Watermark Methode zur Anwendung kommt. Bei dieser Methode fällt nur dann eine Erfolgsprovision an, wenn im Vergleich zum letzten Abrechnungsstichtag tatsächlich ein neuer Höchsttand erreicht wurde - der Kunde zahlt somit nicht, solange lediglich Verluste aufgeholt werden. Die Abrechnung der Erfolgsprovision erfolgt durch den Broker, die Provision wird meist zum Monatsende direkt dem Kunden Account belastet.

In seltenen Fällen - in der Regel nur dann, wenn der Anbieter wirklich von seiner Strategie überzeugt ist - werden auch Modelle mit einer sogenannten Hurdle-Rate angeboten. Eine Hurdle-Rate von z.B. 5% bedeutet dann, daß für die ersten 5% Gewinn je Abrechnungszeitraum keine Erfolgsprovision anfällt.

In vielen Fällen erhält der Anbieter vom Broker leider zusätzlich auch einen Anteil des Spread bzw. bei ECN Accounts der gezahlten Commission, es ist auch möglich, daß der Broker im Auftrag des Anbieters speziell für dessen Managed Accounts den Spread oder eben die Commission erhöht. Hiermit erschließt sich für den Anbieter eine zusätzliche und vom Handelserfolg völlig unabhängige Einnahmequelle.

Zusätzlich lassen sich auch weitere Gebühren, wie feste monatliche Provisionen oder Einmalzahlungen z.B. bei Beitritt zu einem Managed Account oder (vorzeitigem) verlassen eines solchen, vereinbaren.

Umsetzung

Der Anbieter eines Managed Accounts wir Interessenten meist einen speziellen Link zur Kontoeröffnung beim vorgegebenen Broker zur Verfügung stellen. Dieser Account ist dann für den manuellen Handel gesperrt und kann ausschließlich für Managed Accounts verwendet werden.

Üblicherweise ist bereits bei der Kontoeröffnung anzugeben, daß es sich um einen Managed Account handeln soll. Bei den meisten Brokern ist dann zusätzlich zum normalen administrativen Aufwand eine Limited Power of Attorney (LPOA) zu erteilen. Durch diese Vollmacht wir der Broker ermächtigt, dem Anbieter des Managed Accounts eingeschränkten Zugang zum Kunden Account zu gewähren - dieser kann somit Positionen öffnen und schließen, jedoch nicht über das Guthaben verfügen. Weiterhin regelt die LPOA die Einzelheiten zu den Kosten und erlaubt es dem Broker, diese direkt dem Account des Kunden zu belasten.

Einige Broker bieten ihren Kunden die Möglichkeit, direkt im Kundenbereich den dort aufgeführten Manged Accounts beizutreten, hierzu ist häufig nur eine entsprechende Risikoerklärung online zu akzeptieren. Bei diesen Managed Accounts handelt es sich jedoch häufig nicht um professionell gemanagte Accounts, sonder lediglich um Konten anderer Privatkunden, wie man sie z.B. auch bei Zulutrade findet.

MAM - Multi Account Manager

Bei einem MAM nutzt der Anbieter eine spezielle Software, z.B. den MT4 Multi Account Manager. Diese Anwendung ermöglicht es, eine unbegrenzte Anzahl von Kunden Accounts in einem virtuellen Master Account zusammenzuführen, wobei die Trades nicht auf diesem Master Account, sondern ausschließlich auf den eizelnen Kunden Accounts erfolgen. Für einen User oder Expert Advisor ist ein solcher virtueller Master Account nicht von einem normalen Account zu unterscheiden. Die Aufteilung der einzelnen Trades auf die Kunden Accounts kann nach fester Lot Größe, festen Prozentsätzen oder dem Anteil am virtuellen Guthaben erfolgen, einige Broker bieten auch noch weitere Allokationsmöglichkeiten.

Der MAM Anbieter hat hier grundsätzlich die Kontrolle über die einzelnen Kunden Accounts und kann z.B. einzelne Accounts von Trades ausschließen oder Trades nur auf bestimmten Konten vornehmen.

PAMM - Percent Allocation Management Module

Der wesentliche Unterschied zwischen einem MAM und einem PAMM ist, daß bei letzterem die Administration vollständig beim Broker liegt. Der PAMM Anbieter hat lediglich Zugang zum virtuellen Master Account und handelt auch ausschließlich auf diesem Konto. Erst nach Abschluß eines Trades wird das jeweilige Ergebnis durch den Broker auf die einzelnen angeschlossenen Konten verteilt.

Risiken

Die Risiken bei einem Managed Account ergeben sich primär aus dem mehr oder weniger stark ausgeprägten "Black Box" Charakter dieser Anlagealternative.

Immer dann, wenn der Anbieter eines Managed Accounts eine erfolgsunabhängige und vom Handelsvolumen abhängige Vergütungskomponente erhält, bietet sich ein erhebliches Manipulationspotential. Nehmen wir an, der Anbieter verwendet ein Trendfolgesystem und erwartet eine Kursbewegung von mindesten 150 Pips. Er kann jetzt entweder eine Position mit einem TP von 150 Pips eröffnen oder eine Position mit einem TP von nur 50 Pips kombiniert mit zwei Pending Orders im Abstand von jeweils 50 Pips und einem TP von jeweils 50 Pips. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick identisch, im zweiten Fall hat der Kunde jedoch dreimal den Spread und ggf. auch dreimal die Commission bezahlt und der Anbieter hat seinen Ertrag risikolos verdreifacht.

Ein weiterer kritischer Aspekt ergibt sich aus dem Umgang mit Drawdown Phasen. Hier kommt es leider häufiger vor, daß Anbieter von Managed Accounts hektisch Anpassungen an der Handelsstrategie vornehmen und z.B. die Lot Size und damit das Risiko erhöhen, neue Währungspaare aufnehmen oder Positionen in der Hoffnung auf eine Gegenbewegung einfach laufen lassen, mit dem Ziel, ihren Kunden einen schnellen Turnaround präsentieren zu können. Nicht selten führt dieses Vorgehen jedoch in eine Abwärtsspirale, die dann wiederum noch drastischere Gegenmaßnahmen provoziert.

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