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Forex Handel - Handelsstrategien

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Handelsstrategien, die wichtigsten Kategorien sollen nachfolgend kurz dargestellt werden.

Scalping

Sobald man sich näher mit dem Thema Forex Handel beschäftigt, stolpert man zwangsläufig über die Handelsstrategie Scalping. Dies liegt insbesondere daran, daß Scalping ohne Systemunterstützung - wie sie von Handelssystemen wie MetaTrader 4 angeboten wird - nur sehr schwer umzusetzen ist.

Beim Scalping wird versucht, mit einer Vielzahl von Geschäften kleinste Kursschwankungen auszunutzen und Positionen - wenn möglich bereits nach wenigen Sekunden - wieder zu schließen. Die Gewinne der einzelnen Trades belaufen sich oft nur auf wenige Pips, daher kommt es besonders auf das Risikomanagement der offenen Positionen und die Fähigkeit Verluste zu begrenzen an. Das Festhalten an offenen Positionen in der Erwartung oder Hoffnung das "der Markt schon wieder dreht", führt hier oft zu katastrophalen Ergebnissen.

Da es für einen Menschen nur schwer möglich ist, mehrere Währungen gleichzeitig im Auge zu behalten um im richtigen Moment Positionen zu eröffnen oder zu schließen, kommen hier oft MT4 Expert Advisors zum Einsatz. Tatsächlich handelt es sich bei der Masse der am Markt angebotenen Expert Advisors um Scalper, die auf den ersten Blick und insbesondere im Backtesting oft eine beeindruckende Performance aufweisen. Hier gilt es jedoch zu beachten, daß oft schon ein einzelnes Verlustgeschäft ausreicht, um die Gewinne mehrerer Tage zu vernichten, da diese Scalper standardmäßig oft mit einem sehr hohen Stop Loss Limit arbeiten. So reicht bei einem Take Profit Limit von 5 Pips und einem Stop Loss Limit von 100 Pips selbst eine Trefferquote von 95% nicht aus, um langfristig Gewinn zu erzielen.

An diesem Beispiel kann man allerdings auch sehr gut darstellen, das gerade beim Scalping die Auswahl des Forex Brokers ausschlaggebend für den Erfolg oder Mißerfolg sein kann. Reduzieren wir z.B. durch den Wechsel zu einem anderen Broker den Spread um nur einen Pip, können wir das Take Profit Limit auf 6 Pips erhöhen, ohne irgendetwas an der Handelsstrategie selbst zu ändern. Durch diesen einen zusätzlichen Pip pro Trade ist es durchaus möglich, mit der identischen Trefferquote von 95% und 100 Trades im Monat das eingesetzte Kapital innerhalb eines Jahres zu verdoppeln.

Ein weiteres Problem beim Scalping Ansatz stellen die Forex Broker selbst dar. Viele Broker handeln insbesondere die kleineren Positionen über ihren eigenen Dealing Desk. Der Händler des Brokers nimmt damit diese Geschäfte zunächst aufs eigene Buch und versucht sein Risiko zum Markt hin zu schließen. Das kostet Zeit. Wenn nun der Kunde bereits nach 15 Sekunden eine Position wieder glattstellt, ist der Gewinn des Kunden der Verlust des Brokers. Aus diesem Grund akzeptieren einzelne Broker Scalper grundsätzlich nicht oder geben in ihren jeweiligen Geschäftsbedingungen eine durchschnittliche Mindesthaltedauer von z.B. 60 Sekunden vor, um ihrem Dealing Desk entsprechende Zeit zu verschaffen.

Short Term Trading

Die Abgrenzung vom Short Term Trading zum Scalping ist schwierig, aber sobald die Positionen erst nach mehreren Minuten geschlossen werden, befindet man sich in der Regel im Short Term Bereich. Entsprechende Expert Advisors werden aber häufig trotzdem als Scalper vertrieben. Ein weiteres Kennzeichen eher im Short Term Bereich unterwegs zu sein ist, daß die Take Profit Limits in der Regel im zweistelligen Pip Bereich liegen. Positionen werden durchaus auch für mehrere Stunden, seltener über mehrere Tage gehalten.

News Trading

Beim News Trading wird gezielt auf Kursbewegungen kurz nach der Bekanntgabe bestimmter Informationen, wie z.B. Arbeitsmarktdaten, der BIP Entwicklung oder auch Wahlergebnissen gesetzt. Hier kann zum einen versucht werden, einem kurz nach Veröffentlichung entstehenden Trend schnellstmöglich zu folgen, um noch einen Großteil der Kursbewegung mitzunehmen oder aber die Richtung der Kursbewegung im Vorfeld zu bestimmen. Beim ersten Ansatz ist das Risiko geringer, solange man nicht zu spät auf den Zug aufspringt, beim zweiten Ansatz sind die Risiken aber auch Chancen höher, er erfordert aber einen deutlich höheren Arbeitsaufwand.

Forex Broker, die mit einem festen Spread arbeiten, behalten sich oft vor in einem bestimmten Zeitfenster um bekannte Veröffentlichungstermine herum nach eigenem Ermessen keine Orders anzunehmen, Forex Broker, die mit variablen Spreads arbeiten, weiten diese oft bereits im Vorfeld aus, um nicht von plötzlichen Kursbewegungen überrascht zu werden.

Trend Follower

Trendfolge Modelle sind oft sehr langfristig ausgerichtet und können durchaus ein Stop Loss Level von 500 Pips und eine ebenfalls dreistelliges Take Profit Level aufweisen. Ziel ist es, stabile Trends zu erkennen und diesen für Wochen oder auch Monate zu folgen. Die Stop Loss Level werden bei technischen Unterstützungslinien positioniert und bei entsprechender Kursentwicklung nachgezogen.

Diese Systeme erfordern ein extrem hohes Maß an Disziplin oder eine ausgeprägte "Trade and Forget" Einstellung um auch lange Verlustphasen "auszusitzen". Auf keinen Fall sollte man manuell in bestehende Handelsstrategien eingreifen, nur weil sich der Kurs dem Stop Loss Limit nähert.

Breakout

Beim Breakout Trading wird versucht, sich neu etablierende Trends frühzeitig zu erkennen. Üblicherweise wird hierbei nicht auf einen Trendwechsel sondern tatsächlich auf das Ausbrechen aus einer eher trendlosen Phase abgestellt. Obwohl es natürlich möglich ist, diesen neuen Trends anschließend langfristig zu folgen, ist die Breakout Strategie eher kurzfristig ausgelegt.

Auf Tagesbasis wird die Breakout Strategie häufig beim Wechsel von der Asian auf die European Session angewendet, da der Beginn des Londoner Handels häufig einen Tagestrend begründet. Dabei bilden zum Beispiel die Höchst- und Tiefstkurse innerhalb der letzten Handelsstunde der Asian Session die Grenzwerte, bei deren über- bzw. unterschreiten Orders in der jeweiligen Richtung eröffnet werden.

Martingale

Die Martingale Strategie entstammt eigentlich dem Glücksspiel, erfreut sich aber auch beim Forex Trading einer gewissen Beliebtheit. Dabei wird, sollte die erste Order in der "falschen" Richtung gelegen haben, in einem fest definierten Abstand - zum Beispiel alle 20 Pips - eine neue Order in der gleichen Richtung eröffnet, wobei das Ordervolumen jeweils verdoppelt wird. Die Erwartung hierbei ist, daß - sollte der Markt in die "richtige" Richtung drehen - der aus der jeweils letzten Order resultierende Gewinn die offenen Verluste aller vorgelagerten Orders ausgleichen wird.

Ohne Sicherheitsnetz kann eine Martingale - wie auch beim Glücksspiel - langfristig niemals erfolgreich sein, da zum einen das verfügbare Kapital und zum anderen auch die maximale Ordergröße begrenzt sind und somit eine kontinuierliche Verdopplung des Einsatzes auf Dauer nicht durchgehalten werden kann. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit 10-mal in Folge falsch zu liegen bei nur ca. 0,1% liegt (Mathematiker mögen mich korrigieren), wird dieser Fall früher oder später eintreten.

Grid Trading

Das Grid Trading weist vom grundsätzlichen Aufbau her Ähnlichkeit zur Martingale Strategie auf, bringt aber nicht die gleichen Risiken mit sich. In einfachen Modellen wird lediglich ein gedankliches Raster auf den Chart gelegt, wobei die einzelnen Linien üblicherweise ca. 10 bis 20 Pips auseinander liegen. Bei Erreichen der ersten Linie wird dann je nach Modell eine Order mit oder gegen den Trend eröffnet. Wie auch bei der Martingale Strategie gehen die Folgeorders in der Regel in die gleiche Richtung, das Ordervolumen bleibt jedoch gleich.

Bei komplexeren Modellen wird die erste Order nicht durch die Linien des Grids selbst, sondern auf Grundlage externer Parameter ausgelöst. Falls sich der Kurs nicht in die erwartete Richtung bewegt, werden dann auf Basis des Grids die Folgeorders ausgelöst. Diese erfolgen unter der Annahme, daß der ursprünglich erwartete Trend nach wie vor intakt ist und es sich bei der Gegenbewegung lediglich um eine kurze Korrektur handelt. Gleichzeitig wird durch die Folgeorders der Break-Even aller Orders verbessert.

Beispiel: Nach einem Verkauf von 0,1 Lots EUR/USD zu 1,4000 bewegt sich der Kurs auf 1,4045. Um die Position ohne Verlust schließen zu können (Spread außen vor), müßte sich der Kurs wieder auf 1,4000 zurück bewegen. Werden jedoch alle 10 Pips weitere 0,1 Lots EUR/USD verkauft (also zu 1,4010, 1,4020, 1,4030 und 1,4040), verbessert sich der Break-Even Kurs aller Orders zusammen auf 1,4020. Denn bei Glattstellung aller Orders zu 1,4020 ergeben sich folgende Ergebnisse: 1. Order -20 Pips, 2. Order -10 Pips, 3. Order 0 Pips, 4. Order +10 Pips und 5. Order +20 Pips.

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