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Forex Handel - Grundlagen

Wie an jedem anderen Markt auch, werden auf dem Devisenmarkt Leistungen unter zwei Parteien ausgetauscht. Anstelle des üblichen Geld gegen Ware/Dienstleistung wird hier jedoch Geld gegen Geld, z.B. EUR gegen USD getauscht.

Handelszeiten

Der Handel an den Devisenmärkten findet rund um die Uhr an allen Werktagen statt. Er beginnt am Sonntag Abend um 22:00 GMT in Neuseeland und endet am Freitag Abend um 21:00 GMT in New York. Im Tagesverlauf wird der Handel jeweils von der geographischen Region dominiert, in der die regionalen Devisenmärkte geöffnet sind, wobei der Übergang der Führungsrolle fließend erfolgt. Dabei werden Handelstage grundsätzlich in drei Abschnitte unterteilt, die sogenannte Asian Session, European Session und American Session.

Währungspaare

Preisangaben an den Devisenmärkten erfolgen immer für ein Währungspaar. Das mit 27% Anteil am Handelsvolumen am Meisten gehandelte Währungspaar ist EUR/USD.

Die an erster Stelle stehende Währung eines Währungspaares wird Basiswährung genannt, die zweite Währung ist die sogenannte Quote Währung oder Referenzwährung. Der Name ist von englischen "to quote", was so viel heißt wie "einen Preis stellen", abgeleitet. Somit wird der Preis für eine Einheit der Basiswährung in Einheiten der Referenzwährung angegeben. Bei einem EUR/USD Kurs von 1,25 müßten z.B. 1,25 US-Dollar aufgewendet werden, um einen Euro zu kaufen.

Kontraktgröße

Anders als bei einem Unternehmen, das einen genau bestimmten Fremdwährungsbetrag benötigt um z.B. Rechnungen zu bezahlen, ist die Kontraktgröße für einem Händler - der über den Devisenhandel ausschließlich eine Rendite erzielen will - eher zweitrangig. So wie an einer Börse Aktien in Stück abgerechnet werden, wurde an der Forex die Standardkontraktgröße auf 1 Lot festgelegt. Unabhängig vom Währungspaar beläuft sich das Lot immer auf 100.000 Einheiten der Basiswährung. Der Kauf von einem Lot EUR/USD bedeutet demnach den Kauf von 100.000 Euro gegen US-Dollar.

Um den Markt auch für Privatpersonen attraktiv zu machen, erlauben die Forex Broker bei Verwendung der entsprechenden Handelssysteme auch kleinere Kontraktgrößen. Ein Kontrakt über 0,1 Lot - also 10.000 Einheiten der Basiswährung - wird als Mini-Lot, ein Kontrakt über 0,01 Lot - also 1.000 Einheiten der Basiswährung - als Micro-Lot bezeichnet.

Pip und Spread

Forex Broker quotieren zu jedem Währungspaar einen Ankaufspreis (Bid) und einen Verkaufspreis (Ask). Die Differenz zwischen diesen beiden Preisen wird als Spread bezeichnet und in Pips angegeben. Ein Pip bezieht sich in der Regel auf die 4. Nachkommastelle und stellte ursprünglich die kleinste Rechengröße dar. Mit der Einführung der 5. Nachkommastelle durch einzelne Forex Broker können die Preise nun auch in Bruchteilen von Pips angegeben werden. Eine Preisquotierung von EUR/USD Bid 1,2745 zu Ask 1,2748 bedeutet z.B. einen Spread von 3 Pips.

Ein Pip hat dabei immer den Wert von 0,0001 oder einem Zehntausendstel der Kontraktgröße und wird in der Referenzwährung angegeben. Die Basiswährung selbst spielt keine Rolle. Das bedeutet, daß z.B. sowohl für 1 Lot EUR/USD als auch für 1 Lot GBP/USD eine Kursänderung von einem Pip einen Gewinn bzw. Verlust von USD 10 ergibt (Basiswert 100.000 Einheiten / 10.000 = 10; Referenzwährung USD --> USD 10).

Kontobewegungen

Da es einem Investor am Devisenmarkt nicht auf den tatsächlichen physischen Austausch von Währungen, sondern lediglich um die Erzielung eines Gewinns aus den Kursveränderungen ankommt, fließt bei Abschluß eines Geschäftes kein Geld. Geöffnete Positionen (z.B. Kauf 1 Lot GBP/USD = Kauf 100.000 GBP) werden beim Forex Broker auf internen Konten gebucht. Die Positionen müssen dann durch ein Gegengeschäft (Verkauf 1 Lot GBP/USD = Verkauf 100.000 GBP) geschlossen werden. Der durch die Glattstellung der Position angefallene Gewinn oder Verlust wird dann dem Kundenkonto gutgeschrieben bzw. belastet.

Hebel und Margin

Um sicherzustellen, daß der Kunde nach einem eventuellen Verlustgeschäft auch in der Lage ist seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, muß nach Kontoeröffnung als Sicherheit eine Margin eingezahlt werden. Da bei Geschäftsabschluß keine Zahlungen erfolgen und somit die Margin lediglich das Kursänderungsrisiko dieser Position abdecken muß, ist die für ein Geschäft erforderliche Margin in der Regel deutlich geringer als der eigentliche Basiswert.

Fällt z.B. nach dem Kauf von 1 Lot GBP/USD zu einen Kurs von 1,55 (Kauf 100.000 GBP gegen 155.000 USD) der Kurs auf 1,50 (entspräche bei Glattstellung einem Verkauf 100.000 GBP gegen 150.000 USD) ergibt sich für den Kunden ein negativer Marktwert dieser Position in Höhe von 3.333,33 GBP (5.000 USD / 1,50). In diesen Fall wäre eine Margin von 5.000 GBP ausreichend um die Position offen zu halten.

Eine Margin von 5.000 GBP bei einem Basiswert von 100.000 GBP entspricht einem Hebel von 1:20, das heißt, der Investor kann bis zum 20fachen seiner Einzahlung am Markt "bewegen". Da die in obigem Beispiel angenommene Kursbewegung sich im Normalfall über mehrere Stunden oder auch Tage hinziehen würde und die Überwachung der Margin durch den Forex Broker in Echtzeit erfolgt, sind Hebel von bis zu 1:500 möglich. Somit würde der Kunde lediglich ein Guthaben von 200 GBP benötigen, um eine Position über 1 Lot GBP/USD eröffnen zu können. Sofern die Margin nicht ausreicht, wird die Geschäftsanfrage abgelehnt.

Margin Call

Sollte das verfügbare Guthaben unter ein bestimmtes Niveau sinken, z.B. 20% der ursprünglich zur Eröffnung der Position erforderlichen Margin, in obigen Beispiel also 40 GBP, erfolgt ein Margin Call. Der Kunde hat nun die Möglichkeit, die Margin durch Einzahlung aufzustocken oder Positionen zu schließen. Für Privatkunden hat der Margin Call eine eher untergeordnete Bedeutung, da er zum einen eine permanente Erreichbarkeit voraussetzt und zum anderen entsprechend schnelle Zahlungsinstrumente erfordert. Da auch bei Zahlung über Kreditkarte einige Stunden bis zur Gutschrift auf dem Kundenkonto vergehen können, wird es in vielen Fällen schon zu spät sein.

Sollte das Guthaben eine weitere Schwelle unterschreiten, sehen die Geschäftsbedingungen der Forex Broker in der Regel die automatische Glattstellung der offenen Positionen vor. In extremen Marktsituationen kann es allerdings trotzdem vorkommen, daß das Konto anschließend einen negativen Saldo ausweist.

Swap

Bei Forex Geschäften handelt es sich sogenannte Spot Geschäfte, die üblicherweise innerhalb von zwei Werktagen erfüllt werden müssen. Da die Forex Broker wie schon gesagt einen physischen Austausch der Währungen in der Regel ausschließen, werden alle Geschäfte, die bis zum Ende eines Handelstages nicht geschlossen wurden, auf den jeweils nächsten Handelstag übergerollt (geswapt). Basis für die Swapabrechnung ist der Erfüllungstag oder auch Valutatag (Handelstag + 2 Werktage). Beim Rollen einer Position von Dienstag auf Mittwoch (Valuta Donnerstag auf Freitag) erfolgt die Berechnung für einen Zinstag, beim Rollen von Mittwoch auch Donnerstag (Valuta Freitag auf Montag) sind es drei Zinstage.

Berechnungsgrundlage für die Swapabrechnung sind die Zinsdifferenzen zwischen beiden Währungen eines jeden Währungspaares. Beim Kauf von 1 Lot AUD/USD werden einem internen AUD Konto des Kunden 100.000 AUD gutgeschrieben während der Gegenwert einem internen USD Konto des Kunden belastet wird. Das Rollen dieser Position auf den nächsten Tag bedeutet somit eine USD Kreditaufnahme, um eine AUD Geldanlage zu finanzieren. Der Saldo des sich auf dem AUD Konto ergebenden Zinsertrags und des sich auf dem USD Konto ergebenden Zinsaufwands wird dem Kundenkonto gutgeschrieben oder belastet.

Das zielgerichtete ausnutzen von Zinsunterschieden zwischen einzelnen Währungen wird Carry Trade genannt.

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