Forex Germany

Forex Broker

Banken, häufiger allerdings spezialisierte Forex Broker, bieten seit einigen Jahren auch Privatkunden einen Zugang zu den Devisenmärkten. Während sich insbesondere die deutschen Banken aufgrund der strengen Regulierung hier eher zurückhalten und entsprechend Produkte oft nur im Rahmen ihres Vermögensmanagement anbieten, steigt die Zahl der internationalen Forex Broker kontinuierlich an. Die Einführung der Handelsplattform MetaTrader 4 im Jahr 2005 hat diesen Prozeß weiter beschleunigt. Nahezu alle Forex Broker bieten neben ihren eigenen Handelsplattformen auch gebrandete Versionen des MetaTrader 4 an, bei denen die handelbaren Währungspaare, IP Adressen und andere Parameter bereits voreingestellt sind.

Neben offensichtlichen Kriterien wie den Konditionen gibt es auch noch andere Kriterien, die bei der Auswahl des richtigen Forex Brokers beachtet werden sollten.

Regulierung

Die Tatsache ob und durch wen ein Broker reguliert wird, kann durchaus ein wesentliches Auswahlkriterium sein - jedoch wird dieser Punkt manchmal auch überbewertet.

Grundsätzlich soll eine Regulierung sicherstellen, daß bei Anbietern von Bank- und Finanzdienstleistungen bestimmte Mindeststandards eingehalten werden - eine speziell auf Retail Broker abgestimmte Regulierung gibt es in der Regel nicht, entsprechend allgemein sind auch die Vorschriften. Diese beziehen sich auch mehr auf die Prozesse im Unternehmen, wie z.B. die Einhaltung administrativer Vorgaben wie z.B. Geldwäschebestimmungen oder die Umsetzung eine Funktionstrennung in bestimmten Bereichen - die Handelskonditionen und der Umgang mit Kunden spielen hier eher eine untergeordnete Rolle. Eine permanente Überwachung ist in Anbetracht der hohen Anzahl der in diesem Sektor tätigen Unternehmen ohnehin nicht möglich.

Bei der Beurteilung des Mehrwerts einer Regulierung kommt es primär auf die zuständige Regulierungsbehörde selbst an. Während die amerikanische NFA durchaus schon Strafen wegen systematischer Benachteiligung von Kunden gegen Forex Broker verhängt und auch entsprechende Schadenersatzzahlungen angeordnet hat, ist von der Regulierungsbehörde auf Mauritius wohl nicht ganz so viel zu erwarten. Die britische FCA und die australische ASIC haben jedoch z.B. auch einen guten Ruf.

Relevant wir die Regulierung insbesondere im Insolvenzfall, zumindest dann, wenn in dem jeweiligen Land eine Einlagensicherung besteht, da diese häufig nur dann greift, wenn der betroffene Broker auch von der jeweils zuständigen Regulierungsbehörde überwacht wurde. Allerdings ist auch hier das "Kleingedruckte" zu beachten, die deutsche Einlagensicherung z.B. gilt nicht für Guthaben in USD oder anderen nicht europäischen Währungen. Ohne eine funktionierende Einlagensicherung kann auch eine Regulierung im Falle der Insolvenz eines Brokers nur einen begrenzten Schutz bieten.

Firmensitz

In vielen Ländern sind die bereits angesprochenen regulatorischen Anforderungen deutlich geringer als in Europa und insbesondere in Deutschland, was das Gründen eines Forex Brokers dort deutlich vereinfacht. Da es sich bei den meisten Forex Brokern nicht um Banken sondern lediglich um Finanzdienstleister handelt, sollte man nicht auf medienwirksame Rettungsaktionen von Politikern hoffen. Ist der Broker pleite, ist das Geld weg.

Auch in anderer Hinsicht spielt der Standort eine Rolle. Wer Wert auf eine deutschsprachige Kundenbetreuung legt, sollte darauf achten, daß die in Frage kommenden Forex Broker zumindest eine deutsche Niederlassung mit entsprechendem Support haben und wem kurze Reaktionszeiten besonders wichtig sind, sollte um den australischen Broker - dessen Mitarbeiter Feierabend haben wenn unsereins aufsteht - eher einen Bogen machen.

Kosten und Gebühren

Ein Forex Broker verdient sein Geld in erster Linie durch den Spread, das heiß, die Differenz zwischen Ankaufspreis (Bid) und Verkaufspreis (Ask). Der Spread wird in der Regel in Pips angegeben und bezieht sich auf die 4. Stelle des Währungskurses. Die Preis- oder Kursangabe EUR/USD Bid 1,2762 zu Aks 1,2765 bedeutet, daß der Broker bereit ist, 1 Euro zu einem Preis von 1,2765 US-Dollar zu verkaufen, wobei er jedoch für diesen Euro im Gegenzug lediglich 1,2762 US-Dollar zahlen würde. Der Spread beträgt in diesem Fall 3 Pips.

Die meisten Forex Broker arbeiten mit variablen Spreads, die sich je nach Handelsaktivität auch sekündlich ändern können, um somit ihre Preise an die Marktgegebenheiten anzupassen. Manche Broker bieten besonders geringe variable Spreads an, erheben aber im Gegenzug eine feste Provision (Commission) auf jede gehandelte Position. Eine weitere Gruppe von Brokern arbeitet mit festen Spreads, daß heißt, der Spread bleibt unabhängig von den Marktgegebenheiten immer gleich. Bei diesen Brokern besteht daher ein erhöhtes Risiko das in besonders volatilen Marktphasen keine Kurse gestellt werden.

Einen guten Überblick über Live Spreads verschiedener Forex Broker bietet Myfxbook. Es ist allerdings zu beachten, daß es sich bei den in den Rankings gezeigten Spreads in der Regel um den besten bei dem jeweiligen Forex Broker verfügbaren Spread handelt, dieser Spread jedoch häufig nur für bestimmte Accounts Anwendung findet. Eine ggf. zu zahlende Commission ist in den Spreads ebenfalls nicht berücksichtigt.

Market Maker vs. ECN

Forex Broker können grundsätzlich in drei Gruppen unterteilt werden, Market Maker, ECN (Electronic Communication Networks) und STP (Straight Through Processing).

Market Maker unterhalten einen eigenen Dealing Desk und stellen ihre Preise nach eigenem Ermessen, wobei der enorme Konkurrenzdruck in der Regel zu sehr engen Spreads führt. Nach Abschluß eines Geschäfts versuchen sie diese Position zum Markt zu schließen, kleine Positionen werden teilweise gesammelt oder grundsätzlich behalten. Solange der Market Maker die Position mit einem Kunden nicht geschlossen hat, besteht ein Interessenkonflikt, denn der Gewinn des Kunden ist der Verlust des Brokers. Es besteht daher das Risiko, daß der Market Maker seine Position ausnutzt und gezielt schlechte Kurse quotiert um z.B. das erreichen eines Take Profit Limits zu verhindern oder Stop Loss Limits auszulösen. Man kann davon ausgehen, daß ein Market Maker den Kurs um ca. 10 - 15 Pips nach eigenem Ermessen bewegen kann. Scalper sind aufgrund ihrer Handelsstrategie ein natürlicher Feind der Market Maker und werden daher manchmal von spezialisierten Mitarbeitern am Dealing Desk "betreut". Da der Market Maker selbst über die quotierten Kurse entscheiden kann, kommt es nur sehr selten zu Requotes.

Die Rolle von ECNs ist eher die eines Vermittlers, da sie selbst keine eigenen Kurse stellen, sondern lediglich Kurse anderer an ihr Netzwerk angeschlossener Marktteilnehmer zeigen. Bei diesen Marktteilnehmern handelt es sich üblicherweise um Großbanken oder z.B. auch um Market Maker. Da die Funktionsweise eines ECN sicherstellt, immer den besten aktuell gebotenen Preis zu bekommen, sind die Spreads oft deutlich enger als bei anderen Brokern. Da ein ECN nie eine Position gegen den Kunden handelt, sondern das Geschäft zeitgleich an einen anderen Teilnehmer weitergeben, kann es nicht zu einem Interessenkonflikt kommen. Der Nachteil bei ECNs ist, daß sie für ihre Vermittlungsdienstleistung eine Provision auf jede gehandelte Position erheben, in der Regel höhere Mindestanlagesummen verlangen und auch oft Mindestkontraktgrößen vorgeben.

STP waren ursprünglich primär Market Maker, die ihre eigenen Kurse stellen. Im Gegensatz zu einem reinen Market Maker entscheiden sie jedoch bereits vor Annahme einer Order, ob sie diese aufs eigene Buch nehmen oder an den Markt weiterleiten. Ziel ist es, das Risiko der (aus Kundensicht) "Winning Trades" an den Markt abzugeben und bei (ebenfalls aus Kundensicht) "Loosing Trades" selbst die Gegenposition einzunehmen. Da der Market Maker seine Kurse nach eigenem Ermessen stellt, spiegeln diese den Markt häufig nicht exakt wider. Fällt dann die Entscheidung die Order an den Markt zu geben, kommt es aufgrund der leichten Kursabweichung regelmäßig zu Requotes. In der letzten Zeit sind jedoch viele STP Broker dazu übergegangen, ihre Dealing Desks zurückzuführen, so daß sie sich vom Profil an die ECN Broker angenähert haben.

Kontoeröffnung

Eine Kontoeröffnung ist bei den meisten Brokern online möglich. Zur Freischaltung des Kontos ist es in den meisten Fällen erforderlich, eine Ausweiskopie sowie die Kopie eines aktuellen Kontoauszugs oder z.B. einer Stromrechnung auf der Webseite des Brokers hoch zu laden oder per E-Mail an das Account Management zu schicken. In Deutschland kommt auch häufig das Post-Ident Verfahren zu Einsatz, bei dem ein Postmitarbeiter die Personalien aufnimmt und die Identität des Kunden gegenüber dem Broker bestätigt. Je nachdem in welcher Zeitzone der Broker seinen Sitz hat, sollte die Kontoeröffnung nach 24 - 48 Stunden abgeschlossen sein.

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